Entdecken Sie Holländische Spezialitäten in Amsterdam

Holland bietet Hausbootfans neben einer Vielfalt an herrlichen Wasserwegen und Seen auch eine Vielzahl an Möglichkeiten für Landausflüge sowie eine Städtereise nach Amsterdam. Während meines Hausboottrips ab/bis Vinkeveen in diesem Jahr ließen meine Crew und ich uns durch Jordaan, einem Stadtbezirk von Amsterdam, führen. Ich erkannte schnell, dass die holländische Küche viel besser ist, als ich bis dahin glaubte.

Der Jordaan in Amsterdam

Der Jordaan ist eines der schönsten Stadtviertel der holländischen Hauptstadt, weitab von den Touristenpfaden, und gehört ab heute definitiv auf Ihren persönlichen Amsterdam Sightseeing Plan. Das Gesamtbild aus kleinen Kanälen, historischen Gebäuden und vor allem den originell gestalteten Restaurants machen das Viertel zu einem echten Geheimtipp.

Ich erkenne ganz klar, das Erbe der Vergangenheit, das den Jordaan so außergewöhnlich macht. Die Gegenwart trägt allerdings einen wesentlichen Teil dazu bei. Die Holländer sind Lebemenschen, gehen gerne aus und sind wahre Gourmets. Hätten Sie gewusst, dass das holländische Essen richtig gut ist? Mir war das bis zu meinen Bootsferien in Holland nicht klar. Aber ich ließ mich gerne davon überzeugen. Schließlich esse ich gerne gut!

Meine Crew und mich erwartet eine vierstündige kulinarische Tour, auf der wir einige holländische Spezialitäten kennenlernen sollten.

Worauf warten wir denn noch? Los geht’s!

 

Eine Bootsfahrt durch Amsterdams Grachten

“Eine Bootsfahrt, die ist lustig, eine Bootsfahrt die ist schön.“, dieses Lied kommt mir sofort in den Sinn, als ich gemeinsam mit der Crew beim Ausgangpunkt der Tour ankomme. Eben noch selbst mit dem Hausboot durch Holland unterwegs gewesen und starten wir nun eine Bootstour auf der „Tourist“ ab der Keizergracht.

Das Boot ist edel eingerichtet und der Tisch bereits für uns gedeckt. Wir nehmen Platz. Zuerst begrüßt uns der Kapitän, dann stellt er uns den Tour Guide vor, der die erste Sektflasche köpft.

Kurz nach dem Ablegen und den ersten Anekdoten über Amsterdam fragt uns der Tour Guide, welches holländische Essen wir schon kennen. Na ja, wir zählen der Reihe nach das auf, was wir auf unserer bisherigen eigenen Hausboottour kennengelernt haben und sind schon ein wenig stolz über unsere Vorkenntnisse. Der Tour Guide lächelt verschmitzt und beginnt dann mit dem ersten Gang: Drei Arten Gouda-Käse von De Kaaskaamer! Ich bin wirklich kein Käsefan, aber dieser Gouda war unbeschreiblich gut – alle drei Sorten von jung nach alt. Dazu gibt es einen lokalen Wein.

Nach weiteren Anekdoten, wird es Zeit, für die nächste Runde holländischer Spezialitäten: Bitterballen von Holtkamp. Das sind panierte und frittierte Fleischkroketten, die mit einem Ragout aus Rind- oder Kalbfleischmasse gefüllt sind. Wenn sie außen knusprig und innen sehr heiß sind, sind sie genau richtig. 

Um nicht direkt als Tourist entlarvt zu werden, bekommen wir den Tipp, einfach eine Bittergarnituur zu bestellen. Diese Garnitur besteht aus einer Portion Bitterballen und einem Glas Pils. Also muss jetzt noch ein Glas Bier für jeden her! Aber nicht irgendein Bier, sondern das beste lokale Bier von Brouwerij ‘t IJ.

Als weitere Gaumenfreude zum Bier gibt es zudem noch Gehaktbal, die holländische Frikadelle. Mmhh, lecker!

Nach ca. einer Stunde kehren wir zum Bootssteg zurück und legen an. Dass wir jetzt von Bord gehen, passt gut, denn wir brauchen wirklich schon die erste Esspause.

 

Der beste Fisch Hollands

Wir setzen unseren Rundgang zu Fuß durch das Jordaan-Viertel fort und laufen zum traditionellen Fischfachgeschäft Meer dan Vis. Hier wartet bereits das holländische Leibgericht auf uns: Der Hering (holländisch: Haring)! Normalerweise wird er roh mit ein paar Zwiebeln gegessen. Vielleicht nicht unbedingt für ein erstes Date geeignet, aber trotzdem sehr lecker! Auch die Nicht-Fischesser unter uns probieren ihn und sind schwer beeindruckt.

Nach so viel Fleisch und Fisch geht es weiter mit … Süßem!

 

Die größte Vielfalt an Lakritz

Niemand weiß so richtig, wann und wie Lakritz nach Europa kam. Fest steht aber, dass die Holländer heute am meisten davon herstellen und auch essen. In Holland verspeist jeder Einwohner durchschnittlich zwei Kilogramm jährlich. Das ist zehnmal so viel wie in Deutschland. Ob das an mir liegt? Ich mag nämlich keinen Laktritz.

Nichtsdestotrotz passt Lakritz wunderbar in unsere Food Tour, die uns nun zum Het oud-hollandsch Snoepwinkeltje führt. Unsere Augen werden immer größer, je länger wir in diesem Süßigkeitengeschäft voller Lakritz stehen. Aber wir stehen dort nicht einfach nur, sondern verkosten auch. Ja, auch ich! Ich kann zwar immer noch nichts daran finden, aber die Lakritzliebhaber unter uns können gar nicht genug davon bekommen und kaufen, was das Zeug hält. 

Der nächste Gang ist dann wieder mehr nach meinem Geschmack.

 

Die leckerste Wurst Hollands

Seit 1860 bekommt man in der Slagerij (dt. Fleischerei) Louman die leckerste Wurst und das hochwertigste Fleisch des Landes. Die Einwohner und Restaurantköche Amsterdams kaufen ausschließlich hier ein. Es kommen auch viele von außerhalb. Um nicht am Ende mit leeren Händen nach Hause zu fahren, was früher oft passierte, bestellen die Menschen aus dem Umland heutzutage vor und holen ihre Bestellung termingerecht ab.

 Der Familienbetrieb in dritter Generation hat viele eigene Rezepte ausprobiert. Bis heute ist die Ossenworst der absolute Favorit. Die Wurstspezialität aus rohem Ochsenfleisch stammt aus dem 17. Jahrhundert und wurde schon damals mit Pfeffer, Muskat und weiteren Gewürzen abgeschmeckt. 

 

Amsterdams exotische Seite

Surinam und Indonesien sind ehemalige Kolonien Hollands, welche die einstigen holländischen Spezialitäten auf ihre eigene Art und Weise abwandelten. Ob ihnen das gelungen ist, können Sie jetzt im Swieti Sranang probieren. In diesem Imbissladen werden außergewöhnliche Delikatessen zubereitet.

Die, die es gerne scharf mögen, sollten unbedingt das Broodje Pom, ein Ofen-Sandwich, bestellen. Huhn und gebackene Malanga (ein tropisches Wurzelgemüse) werden in einem typisch holländischen Brötchen mit einer pikanten Soße aus Sauerkraut, Zwiebel und Paprika verfeinert. Und wie schmeckt es? Einfach nur köstlich!

Für diejenigen, die es eher nicht scharf mögen, kann ich das Baka Bana empfehlen.  Diese Köstlichkeit mit indonesischem Ursprung wird aus Kochbananen gemacht. Die Scheiben der reifen Kochbananen werden gebraten, frittiert und letztlich mit einer würzigen Erdnuss-Soße serviert. Wow! Einfach nur wow! Mehr kann ich dazu nicht sagen.

Eigentlich sind wir mehr als satt. Bis zu unserem nächsten Stopp benötigen wir nun ca. 15 Minuten. Bloß gut, ich rauche dringend eine Essenspause. Ich hätte diese Baka Bana nicht aufessen sollen. Aber sie war sooo lecker!

 

Apfelkuchen im Café Papeneiland

Wir erreichen das Café Papeneiland. Im Vergleich zu vielen anderen Lokalen sieht es von außen eher unscheinbar aus. Aber als eines der ältesten Cafés in Amsterdam ist es ein Must See. 1642 feierte dieses Café seine Eröffnung und bis heute wird seine Einrichtung sehr traditionell in einem braunen Café-Stil von damals gehalten. Es ist also ein Café fürs Auge und Gaumen. Das Beste auf der Speisekarte ist sein Apfelkuchen! 

 Dieser Kuchen ist mit dem deutschen gedeckten Apfelkuchen zu vergleichen. Dazu ein Käffchen für die Kaffeetrinker oder einen schwarzen Tee für die Teetrinker und schon sind wir wieder im Gourmethimmel. 

 

Poffertjes im Café de Prins

Nun ist aber wirklich Endspurt angesagt, ich platze gleich. Direkt um die Ecke befindet sich die letzte Station, das Café de Prins. Auch dieses Café ist im historischen braunen Café-Stil gestaltet. Es fühlt sich schon vertraut an! Wir nehmen an der langen für uns reservierten Tafel Platz und sind gespannt, was uns nun zum Abschluss erwartet.

Nach nur wenigen Minuten kommen sie: drei Kellner mit vielen, vielen Tellern. Darauf befinden sich unzählige Poffertjes. Das sind kleine, münzgroße Eierkuchen. Bitte nicht mit den Pannenkoeken aus meinem Holland-Reisebericht verwechseln. Diese hier sind relativ dick und trotzdem fluffig. Sie werden mit Butterstückchen serviert, viel Puderzucker bestreut und oft noch zusätzlich mit Stroop (Zuckerrübensirup) garniert. Hört sich süß an!? Ist es auch. Aber wahnsinnig lecker!

Dennoch muss ich aufgeben. Ich schaffe nur fünf der zehn kleinen Pfannkuchen auf meinem Teller. Aber was wäre eine Crew, wenn sich die Crewmitglieder nicht gegenseitig unterstützen. Meine restlichen Poffertjes werden ordnungsgemäß verspeist.

Pappsatt und total begeistert – das bin ich nach dieser Tour. Es ist absolut zum Nachahmen geeignet, aber bitte nehmen Sie einen Rat an: Sie sollten mindestens fünf Stunden vorher nichts mehr essen, ansonsten schafft man es nicht, alles zu verkosten. Und das wäre jammerschade!!!

 

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