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Highlights einer Camargue-Hausbootreise

Camargue – schon allein der Name klingt aufregend, fast exotisch. Ich denke dabei an Sonne und Meer, Pferde und Natur… mal sehen, was uns erwartet. Ich fahre das erste Mal in die Camargue im Süden Frankreichs und werde die Region mit dem Hausboot erkunden! 

Camargue St. Gilles

Wir starten ab der Le Boat Basis in St Gilles. Den ersten Abend bleiben wir jedoch  im Hafen der Kleinstadt. Es ist immer ratsam, seinen Urlaub langsam zu beginnen und nicht hektisch loszufahren. Außerdem gibt es auch in St Gilles etwas anzuschauen. Wir besorgen noch ein paar Lebensmittel im örtlichen Supermarkt und schlendern durch die Gassen. 

Camrgue St.Gilles Du Gard

Das Kloster St-Gilles-du-Gard stammt aus dem zwölften Jahrhundert und gehört seit 1998 zum UNESCO Kulturerbe. In der Krypta befindet sich das Grab des Heiligen St Gilles, der der Stadt seinen Namen verleiht. Leider waren wir zu spät, um noch hineinzugehen. 

St Gilles war einer der wichtigsten christlichen Wallfahrtsorte und ist noch heute eine Station auf dem Santiago de Compostela Pilgerweg. Auf dem Kirchplatz befindet sich eine Pilgerherberge, in der Pilger einkehren und übernachten können. Das örtliche Tourismusbüro bietet übrigens auch geführte Pferdewanderungen an.

Für unser erstes Abendessen wählen wir das Restaurant Le Cours. Hier esse ich meinen ersten Camargue-Bullen: Dunkles Fleisch in sehr dunkler, kräftiger Soße. Dazu Camargue-Reis, der nur hier angebaut wird. Am nächsten Morgen gibt es die ersten frischen französischen Croissants und Pain au Chocolat…. hmmm, lecker! In Hafennähe gibt es zwei Bäcker.

Camargue Naturreservat

Los geht es auf dem Canal du Rhône à Sète in Richtung Mittelmeer. Der Kanal beginnt in Beaucaire (eine hübsche Stadt an der Rhone mit mittelalterlicher Burg, die vom 13. bis 19 Jh. ein wichtiger Handelsort in Europa war) und läuft über 98 km bis zum Etang de Thau, wo auf der anderen Seite der Canal du Midi beginnt.

Camargue Wildpferde

Gleich nach der ersten Brücke hinter St Gilles sehen wir die weißen Camargue-Pferde! Sie leben in freier Wildbahn, befinden sich jedoch alle in Besitz. Auf meiner Reise lerne ich, dass die jungen Fohlen dunkelbraun zur Welt kommen und erst im Alter von rund 10 Jahren weiß sind. Ursprünglich wurde das Camargue-Pferd von den französischen Rinderhirten eingesetzt, um mit Kampfstieren zu arbeiten. Heutzutage sind sie meist Reit- und Lastpferde.

Camargue Zugvögel

Mit unserem Hausboot schippern wir vorbei an grünen Weiden mit schwarzen Camargue-Bullen und  bewachsenen Uferböschungen, wo man zahlreiche Tiere wie Enten, Kraniche, Schwäne, Biber und viele Vögel entdecken kann. Die Camargue ist bekannt als  großes Naturschutzgebiet, das Brutplatz für viele Tiere und Zwischenstation für viele Zugvögel ist.

Camargue Gallician mas du Notaire

Nach 1,5 Stunden erreichen wir Gallician. Eigentlich sind wir noch nicht lang gefahren, aber der kleine Hafen sieht einladend aus und wir haben gelesen, dass man hier guten Wein probieren kann. Hier führt auch der Fernradweg ViaRhôna vorbei, der in Genf beginnt und in der Camargue endet. 

Gallician ist ein idealer Ausgangspunkt für Führungen in die Camargue (Naturreservat Centre du Scamandre). Wir schlendern bei Sonnenschein durch den kleinen, ländlichen Ort (hier gibt es ein typisches Café und einen kleinen Laden). Mas du Notaire liegt direkt an der Hauptstraße, man kann den idyllischen Ort nicht verfehlen. Das kleine Weingut produziert Weiß- und Rotweine, die man unbedingt verkosten sollte!

Camargue Aigues Mortes

Weiter geht es auf unserer Route zur Festungsstadt Aigues Mortes (was „Tote Wasser“ bedeutet), die bekannteste Stadt der Camargue: Hier legen wir direkt vor der Stadtmauer an (Wasser und Strom vorhanden) – ein Katzensprung in die Altstadt! Aigues Mortes war früher ein Kreuzritter-Hafen, allerdings hat sich das Mittelmeer seitdem um mehrere Kilometer zurückgezogen. Heute wird auf dem ehemaligen Meeresgrund Salz gewonnen, das, zu großen Hügeln zusammengetragen, in der Sonne trocknet. Die Les Salins du Midi produzieren rund 250.000 Tonnen Salz pro Jahr.

Camargue Aigues Mortes tour de Constance

Wir haben eine Führung auf der Festungsmauer gemacht – sehr empfehlenswert, denn von hier oben hat man einen tollen Blick über die Altstadt mit ihren Gassen, über die Salzfelder und auf den Hafen. Am besten ist die Aussicht auf dem Tour de Constance

Camargue Spezialitäten

Den Abend haben wir bei Zigeunermusik im La Camargue ausklingen lassen. Hier haben wir leckere lokale Spezialitäten probiert. Übrigens: Die Gypsy Kings stammen aus der Gegend!

Camargue Landschaft

Am Morgen habe ich auf dem Markt (immer mittwochs) frisches Gemüse, Brot und Oliven eingekauft.  Dann fahren wir weiter über La Grande Motte nach Palavas-les-Flots. Ab jetzt ändert sich die Landschaft und Wiesen und Weiden weichen einer mehr maritimen und teilweise urbanen Landschaft. Der Kanal läuft jetzt schnurstracks durch eine Lagunenlandschaft. In den Uferwällen nisten auf der einen Seite Möwen, auf der anderen Seite begegnet man Anglern, Spaziergängern, Joggern oder Radfahrern.

Camargue la grands motte

La Grande Motte ist ein lebhafter Badeort mit vielen grünen Parkanlagen. Auffällig ist die ungewöhnliche Architektur: Die Stadt wurde in den 60er Jahren vom Architekten Jean Balladur auf dem Reißbrett entworfen. Der Ort bietet vielfältige Möglichkeiten: ein großer, fast schon mondäner Yachthafen, Bars und Restaurants, ein Spielkasino, Golfplatz, Strand mit Promenade…. Während der Ort im Winter nur 8.000 Einwohner zählt, wächst die Zahl im Sommer auf 120.000!

Wer Lust auf etwas Action hat, wird hier fündig. Wir haben uns Elektro-Scooter gemietet und haben eine kleine Runde durch den Ort gedreht. Schon interessant, wenn man bedenkt, dass jemand diese Stadt komplett entworfen hat

 

Camargue Palavas les Flots

Palavas-les-Flots ist ebenfalls ein viel besuchter Ferienort, jedoch etwas ursprünglicher und gewachsener, war es doch einst ein einfaches Fischerdorf. Ich bin hier morgens zum Bäcker gelaufen und konnte am Kanal die Fischer beobachten, die ihre fangfrische Ware direkt vom Boot verkaufen.

Palavas hat eine Marina (Strom, Wasser und sanitäre Anlagen), gleich neben dem Wohnmobil-Campingplatz. Die Anlegestellen für die Charterboote sind im Kanal, in der Marina selber lagen nur kleine Boote, die scheinbar Eignern gehörten. Achtung: Die Strömung macht sich hier im Kanal gut bemerkbar. Laut Auskunft der Marina dürfen keine Boote über 13m anlegen.

Wer also mit einem großen Boot unterwegs ist, sollte besser am Canal du Rhône à Sète die öffentlichen Anlegemöglichkeiten nutzen (gleich nach den letzten Häusern hinter Palavas aus Richtung Aigues Mortes kommend, gegenüber VNF Station). Strom und Wasser gibt es hier nicht, eine Taschenlampe ist für nachts empfehlenswert! Mit dem Rad ist man aber auch ganz schnell in der Stadt oder gar am Strand.

Wer Montpellier besuchen will: Von Palavas aus kann man gut mit dem Bus oder sogar mit dem Fahrrad in die schöne Universitätsstadt fahren.

Kurz vor Palavas haben wir übrigens unsere ersten Flamingos gesehen!

Camargue Abbaye de Maguelonne

Wer auf dem Canal du Rhône à Sète unterwegs ist, sollte einen Stopp an der Abbaye de Maguelonne einlegen. Hier gibt es am Ufer Anlegemöglichkeiten. Bis zur Abtei ist es ein Fußmarsch von rund 15-20 min. Die Anlage aus dem Jahr 1622 liegt auf einer Insel im Sumpf zwischen dem Kanal und dem Mittelmeer und ist von Weinbergen umgeben. Es gibt auch einen kleinen Shop, wo man Getränke und Snacks kaufen kann.

Ach ja, sollte die schwimmende Brücke geschlossen sein, keine Panik. Es gibt einen Brückenwärter, der bei Hupsignal die Brücke öffnet).

Camargue Anlegestelle

Von Palavas nach Frontignan schaffen wir es in etwas über zwei Stunden. In Frontignan wartet eine Hebebrücke, die zwischen April und November nur zweimal am Tag öffnet (morgens und nachmittags). Wir haben vor der Brücke festgemacht (kein Strom oder Wasser, Strom gibt es leider nur bei den Anlegestellen auf der anderen Seite der Brücke, also die Seite vom Etang kommend) und sind mit dem Taxi nach Sete gefahren (hat uns die Basis empfohlen, weil man dort wieder auf eine Brückenöffnung angewiesen ist).

Der Preis pro Taxi und Weg betrug 25 Euro. Wer es günstiger haben möchte, kann mit dem Zug fahren. Gleich um die Ecke vom Anleger ist der Bahnhof in Frontignan.

Im Zentrum findet man eine Kirche, einen kleinen Supermarkt, Bäcker und andere kleine Läden und einige Cafés. Bekannt ist Frontignan für seinen Muscat, ein schmackhafter, süßer Aperitifwein. Gleich neben der Brücke gibt es die Möglichkeit der Muscat-Verkostung.

Camargue Les Halles

Sete ist eine lebhafte, größere Stadt, in der es viel zu entdecken gibt. Besonders die Markthalle (Les Halles) muss man vormittags besuchen, wenn man dort ist. Gemüse, Obst, lokale Produkte, Wein und ganz viel Fisch werden hier angeboten. Hier kann man auch ganz toll eine Kleinigkeit zu Mittag essen oder ein Glas leckeren lokalen Wein probieren).

Schade, dass es bei unserem Besuch in Sete geregnet hat. Deshalb haben wir uns ein TukTuk gemietet und eine Stadtrundfahrt gemacht. Ich kann mir vorstellen, wie schön es am Strand bei Sonnenschein und warmen Temperaturen sein muss! Auch der Blick vom Hügel auf den Etang de Thau muss einfach traumhaft sein!

Mein Fazit: Ein Hausbooturlaub in der Camargue ist geeignet, wenn man:

Camargue Fazit

  • Wenige Schleusen möchte
  • Gutes Essen (fangfrischer Fisch, Muscheln und Austern) und Wein mag
  • Spannende Flora und Fauna beobachten möchte
  • die Nähe zum Mittelmeer sucht – es gibt viele Bademöglichkeiten in vielen der Ferienorte, an denen man vorbei kommt
  • eine Kombination aus Naturschutzgebiet, maritimem Flair und Ferienorten mit zahlreichen Attraktionen sucht
  • auch in der Nebensaison warme Temperaturen haben möchte 

 

 

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5 Gründe für einen Urlaub in der wilden Camargue